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Die Buchstaben hütete er wie die herrlichsten, teuersten Dinge. Der schwedische Nobelpreisträger Tomas Tranströmer war ein Dichter des Fürsichbehaltens. Ein Nachruf Ein Priester wird des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. “Verfehlung” ist ein Film über Schuld und Vertuschung in der Kirche. Gedreht hat ihn ein Theologe. Helmut Dietl wollte das Publikum unterhalten, nur bitte nie dreckig und nie irgendwie. An ihm sollten sich die Fernsehredaktionen von heute ein Beispiel nehmen. Polina Scherebzowa wuchs in Grosny auf, der umkämpften Hauptstadt Tschetscheniens. Jeden Tag hat sie notiert, was passierte. Ihre Hefte sind ein Dokument des Grauens. Der Bau des Berliner Stadtschlosses liegt im Zeitplan, die Kosten sind unter den Erwartungen. Aber es fehlt die verbindende inhaltliche Idee. Das nervt einige. Ensembleroman mit Stil: Sandra Gugi’ knüpft in ihrem Debüt “Astronauten” ein engmaschiges Netz von Geschichten. Zwischen knallhartem Alltag und Zwischenmenschlichkeit. “Valar Morghulis”: Was passiert, wenn zwei “Game of Thrones”-Mimen Black Jack in einem Kieler Problemviertel spielen’ Die Twittritik zum “Tatort” Wette verloren! Und dann auch noch Zugfahren und Gespräche mit Liebhabern schwer lesbarer Gegenwartsprosa. Unser Kolumnist hat es wirklich nicht leicht. Das Fax der Woche Zweihundert Jahre nach seiner Geburt gilt Otto von Bismarck als Reaktionär. Aber sein Denken erlebt eine Renaissance. Nicht nur in der AfD. Jan Brandts Roman “Tod in Turin” handelt von der Ökonomie der Übertreibung. Wie steht es um das Verhältnis von Kunst und Markt im Literaturbetrieb’